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Mama Start-Up: Verena Prym, Autorin

Durch eine private Veränderung im letzten Jahr bekam Verena Mut, den Sprung ins kalte Wasser zu wagen und Autorin zu werden. Now or never, wie sie selbst sagte 🙂 Seit kurzem veröffentlicht sie ihre Kinder- und bald auch Jugendbücher und hat sehr viel Spaß dabei.

Die Münchner Autorin würde sich sehr über Eure Unterstützung freuen – besonders empfehlenswert ist ihr Buch über die Schildkröte Kai, das perfekt zum Schulanfang passt.

Vielen Dank liebe Verena für Dein Interview!

Stell Dich und Dein Business kurz vor.

Mein Name ist Verena Prym und ich schreibe Kinderbücher und demnächst auch Jugendbücher. Ich bin selbst Mutter dreier Kinder im Alter von 18, 15 und 7 Jahren. Geboren wurde ich im Sommer 1972.

Geschichten habe ich schon immer gern geschrieben, aber eine hauptberufliche Autorin bin ich erst seit November letzten Jahres.

Nach der Trennung von meinem Ehemann Anfang 2015 trafen Mut und Notwendigkeit aufeinander und ich veröffentlichte mein ein erstes Buch, das “Stadt-ABC”, noch im gleichen Jahr im Selbstverlag.

Das “Stadt-ABC” ist ein modernes Foto-ABC-Buch, das ich gemeinsam mit der Fotografin Eva Wunderlich gestaltet habe. Wir haben alle Fotos in München aufgenommen und natürlich kommt die Schönheit unserer Stadt bestens zur Geltung :). Das Buch kommt aber auch über die bayerischen Landesgrenzen hinaus sehr gut an. Ich habe deutschlandweit Lesungen in Kindergärten und Grundschulen gehalten und der pädagogische Ansatz des Buches funktioniert in München genauso wie in Berlin oder Frankfurt: Lernen und Entdecken anhand von Fotografien macht allen Kindern Spaß! Es ist ideal für Kinder von 5-7 Jahren und kann über meine homepage als Hard und auch als Softcover bestellt werden.

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Aktuell ist mein zweites Buch KAI, eine Schildkrötengeschichte, im Papierfresserchen-Verlag erschienen, worüber ich mich natürlich unheimlich freue. Es ist die aufregende Geschichte von Nina und ihrer geliebten Schildkröte Kai, die ausgerechnet am ersten Schultag plötzlich verschwindet. Wie ihr euch vorstellen könnt, ist die Aufregung groß, ob Kai wohlbehalten wieder auftauchen wird. Durch die realistischen Fotos folgen die Kinder der Geschichte besonders aufmerksam, wie ich bei ersten Lesungen erleben durfte. KAI ist über meine homepage, den Verlag, auf amazon und überall im Buchhandel bestellbar.

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Mein drittes Buch “Greta, Jupp und die Geister” stelle ich derzeit fertig. Es ist eine spannende Geistergeschichte für 7-9 Jährige, die von einem Münchener Jungen (10 Jahre alt) illustriert wird. Das Gefühl, welches mich überkam, als ich die ersten Zeichnungen von Yannick sah, war: Das gibt es doch einfach nicht! Erstens, weil er für sein frühes Alter einfach so unglaublich gut zeichnen kann und zweitens, weil er genau das trifft, was ich mir beim Schreiben vorgestellt habe. Ein wahrer Glücksgriff also! Derzeit suche in noch einen Verlag für das Buch.

 Was hast Du vor der Kinderära beruflich gemacht?

Nach meinem süd-afrikanischen Schulabschluss Matrik und dem deutschen Abitur habe ich eine Ausbildung zur Make-up Artistin gemacht und anschließend bei RTL und Pro 7  gearbeitet. Das klappte mit nur einem Kind auch noch ganz gut, aber dann musste ich mich irgendwann zwischen Familie und Karriere entscheiden. Nach der Geburt meines zweiten Kindes habe ich dann beschlossen, Kulturwissenschaften an der Fernuni Hagen zu studieren, da es durch die freie Ortswahl und Zeiteinteilung mit Auslandsaufenthalten und der Erziehung von Kindern vereinbar war. Mein drittes Kind bekam ich dann während des Studiums.

Als wir von fünf Jahren aus Wien zurück nach München kamen, habe ich in einer Fotogalerie als Art- Consultant gearbeitet. Doch der Wunsch, selbstständig zu sein und Kinderbücher zu schreiben, war größer…

Wirklich schön ist, dass ich durch die Arbeit in der Galerie einige tolle junge Frauen kennengelernt und wertvolle Freundschaften geschlossen habe, die von Dauer sind; unabhängig von Karriere und persönlichen Zielen.

Das ist es doch auch, was dieser Blog vermittelt: Es ist interessant und herausfordernd, selbstständig etwas auf die Beine zu stellen. Und es gibt immer Menschen, denen man vertrauen kann und die einem in guten wie in schlechten Zeiten zur Seite stehen. Man muss nur offen genug sein, sie zu finden.

Wie hat die Mutterschaft Deine berufliche Situation verändert?

Ich wurde ja schon recht früh, mit 25 Jahren, zum ersten Mal Mutter. Nach der Geburt meiner Tochter habe ich recht schnell wieder Vollzeit bei Pro 7 gearbeitet. Mit nur einem Kind ist das, dank einer guten Tagesmutter und eines betreuenden Partners, auch möglich gewesen.

Doch wenn die Familie größer wird und auch der Mann beruflich sehr eingespannt ist, muss man sich irgendwann entscheiden, was man für die nächste Zeit tun möchte: Die Kinder begleiten oder Karriere machen. Es ist eine Illusion, beides zu 100 Prozent machen zu können. Man sollte das tun, was für einen bestimmten Zeitraum am passendsten erscheint und gegebenen falls die Gewichtung ändern. Wenn man merkt, die Kinder brauchen einen, sollte man versuchen, beruflich etwas zurückzustecken. Wenn man feststellt, “Hey, die kommen gut alleine klar und sind recht selbstständig”, kann man auch beruflich Gas geben.

Ich habe immer versucht, dem zu folgen, was für einen selbst und die Familie funktioniert. Das mag bei den Nachbarn, Kolleginnen oder Freundinnen anders aussehen, als in der eigenen Familie. Und es ist stets ein dynamischer Prozess: Was ein Jahr gut funktioniert kann im nächsten Jahr Schwierigkeiten bereiten, einfach, weil sich ein Rädchen im großen Familienrad verändert. Das Nennen und Ausloten von Bedürfnissen innerhalb einer Familie ist deshalb enorm wichtig.

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Wie bist Du auf die Businessidee gekommen?

Ich wollte, wie gesagt, schon immer schreiben. Früher habe ich Ponygeschichten in Hefte gekritzelt und sie meinen Freundinnen, den Töchtern eines Sauerländer Pferdehändlers, vorgelesen. Meine erste Geschichte habe ich mit 10 oder 11 Jahren an einen Verlag geschickt. Sie wurde nicht genommen, doch ich bekam immerhin eine herzliche Absage 🙂 Durch eine private Veränderung im letzten Jahr entschloss ich mich, den Sprung ins kalte Wasser zu wagen und es als Autorin zu versuchen. Ganz nach dem Motto: Jetzt oder nie! Leben kann ich vom Schreiben noch nicht davon. Aber es läuft gut und ich bleibe am Ball…

Bist du mit Deiner jetzigen Familien- und Berufssituation zufrieden?

Noch nicht. Die Familiensituation muss sich noch stabilisieren. Das hat aber nichts mit meinem Beruf zu tun. Beruflich muss ich einfach dranbleiben und Glück haben.

Wie sieht Dein Alltag aus?

Das kommt ganz darauf an, in welcher Phase der Buchproduktion ich gerade bin. Bei meinen ersten beiden Büchern habe ich sehr viel vorbereiten müssen wie Locations suchen, Genehmigungen für die Fotoaufnahmen einholen, Eltern und Kinder für das Projekt gewinnen usw.

Für die Geistergeschichte musste ich einfach nur am Schreibtisch sitzen. Aktuell tue ich viel für das Marketing und bemühe mich, meine Bücher in vielen Läden zu verkaufen.

Natürlich habe ich auch einen ganz normalen Alltag, den eine Mutter mit Kindern eben hat. Das heißt: Rumfahren, waschen, kochen, essen, reden, lesen, spielen usw. Die Zeiteinteilung zwischen den fixen Vorgaben, die durch die Kinder da sind, ist eher frei. Ein großer Vorteil des selbstständigen Arbeitens. Allerdings habe ich auch oft das Gefühl, immer noch mehr tun zu können… Da muss ich mich oft selbst beruhigen und versuchen, mir Ruhezeiten zu gönnen. Sport ist da ein ausgleichender Faktor. Oft bekomme ich beim Laufen gute Ideen.

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Gibt es ein Erfolgsrezept? Hast Du Tipps für Mamis, die sich überlegen, selbstständig zu werden?

Ein Erfolgsrezept funktioniert ja oft in dem Moment nicht mehr, in dem man es verkündet. Es gibt niemals und für nichts Garantien.

Ich rate daher, sich nur selbstständig zu machen, wenn der Drang, seine Sache durchzuziehen, so groß ist, dass man gar nicht mehr anders kann, als es anzugehen. Für die Selbstständigkeit braucht man braucht Mut, Vertrauen in sich und andere Menschen, Selbstbewusstsein, einen langen Atem, gute Exeltabellen und Glück!

Was sind Deine beruflichen Pläne?

Derzeit plane ich ein Jungendbuch für Mädchen zwischen 12 und 15 Jahren. Das möchte ich bis Ende des Jahres fertig stellen. Dann hätte ich vier Bücher auf dem Markt und hätte mein Ziel für das erste Jahr erreicht. Ich wünsche mir sehr, dass sich meine Arbeit eines Tages finanziell lohnt. Das wäre die Krönung, weil die Arbeit selbst mir unheimlich Spaß macht.

Verena Prym
Verena PrymAutorin

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By |Monday, September 26, 2016|Categories: Kinder, Mama Start-Up, Schulkind|Tags: , , |0 Comments

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