• Friederike von Rodde_LosMamaLos

Mama Start-Up: Friederike von Rodde, Bloggerin

“Mich selber würde ich als kreativ, willensstark und etwas verrückt beschreiben. Ständig habe ich Ideen und Einfälle, die ich dann auch unbedingt umsetzen möchte” – so beschreibt sich Fiederike, die im heutigen Interview über ihren Blog, ihre Ideen und ihre Diskussion mit den lokalen Politikern schreibt.

Voller Initiative und Elan zeigt Friederike, wie sie das Schicksal in die eigenen Händen nimmt und nie aufgibt, auch nicht, wenn etwas nicht ihren Vorstellungen entspricht. Lernt diese interessante Frau kennen und erfahrt, mit welchen Ideen sie neue Arbeitsmodelle für Eltern schaffen möchte!

Vielen Dank liebe Friederike, ich wünsche Dir weiterhin viel Kreativität und Energie, Deine Pläne zu verwirklichen!

Stell Dich und Dein Business kurz vor.

Mein Name ist Friederike. Ich bin 33 Jahre alt und lebe zusammen mit meinem Mann und unserem 2-jährigen Sohn südlich von Frankfurt, genauer gesagt in Büttelborn im Kreis Groß Gerau. Nach meiner etwas mehr als einjährigen Elternzeit kehrte ich zu meinem alten Arbeitgeber zurück. Hier bin ich nun in Teilzeit (20 Stunden) als Product & Brand Managerin für den Aufbau einer neuen Marke verantwortlich. Parallel dazu schmiede ich spannende Pläne rund um eine Selbständigkeit, die ich über meinen Blog bzw. die Initiative “LosMamaLos” dokumentiere.
Friederike von Rodde_LosMamaLos

Was hast Du vor der Kinderära beruflich gemacht?

Als Berufseinstieg nach meinem BWL-Studium entschied ich mich für ein Traineeprogramm bei Fresenius. Nach den eineinhalb Jahren Trainee-Dasein wechselte ich erst in den Vertrieb, bevor ich zur Referentin des deutschen Geschäftsführers wurde. Da ich immer von einer eigenen Firma geträumt hatte, führte mich mein Weg schließlich in die Selbständigkeit. Gemeinsam mit einem ehemaligen Kollegen gründete ich eine GmbH, die ich schweren Herzens einige Zeit später wieder verkaufte. Danach wechselte ich zu einem Tochterunternehmen der Nestlé, wo ich anfangs als Projektmanagerin, später als Product Managerin / Teamleiterin tätig war oder vielmehr bin.

Wie hat die Mutterschaft Deine berufliche Situation verändert?

Während meiner Elternzeit konnte ich nicht stillsitzen. Über ein einjähriges Fernstudium erwarb ich als sportbegeisterte Mami meine Fitness Coach bzw. Personal Trainer Lizenz. Parallel dazu gründete ich ein zunächst gemeinnützig organisiertes Mütterzentrum (Café Mama Groß-Gerau), das wöchentlich stattfand und dank diverser Partner neben Kreativ-, Info- und Aktionstagen auch diverse Sporttage bereit hielt. Mit dem zweiten Lebensjahr meines Sohnes gab ich dieses Projekt an eine Nachfolgerin ab. Als mein Sohn 15 Monate alt war, kehrte ich in meinen alten Job zurück und musste feststellen, dass es nicht immer einfach ist als Mutter in Teilzeit zu arbeiten. Man ist nicht immer da, das Kind ist oft krank, man muss pünktlich gehen, etc. – alles Punkte, die zwar schon richtig sind, aber die eigene Arbeit dennoch nicht schmälern.
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Wie bist Du auf die Businessidee gekommen?

Aus einem Aktionstag des Café Mama heraus entstand ein Nähkurs mit einigen anderen Mamas, in dem wir gemeinsam Kinderkleidung nähten. Da ich zu dieser Zeit bereits in meinen alten Job zurück gekehrt war und meine Schwierigkeiten mit dem Thema Teilzeit und Entwicklungsperspektive hatte, entstand in mir der unbändige Wunsch etwas unternehmen zu müssen. Und so entstand er, der Gedanke zur Gründung des ersten, deutschen Teilzeit-Unternehmens: eine Nähmanufaktur mitten in Deutschland, in der Mütter (oder auch Väter) in Teilzeit maximal familienfreundlich fair und nachhaltig hergestellte Bio-Kinderkleidung nähen. Den Entstehungsprozess dokumentiere ich über meinen Blog unter der Initiative “LosMamaLos”.
Neben des Entstehungsprozesses schreibe ich auf dem Blog in einer allgemeinen Rubrik auch über Themen rund herum um das Thema “Zurück in den Beruf”. So diskutiere ich aktuell beispielsweise mit der hiesigen CDU über die viel zu hohen Krippengebühren und setze mich für eine Absenkung ein.

Bist du mit Deiner jetzigen Familien- und Berufssituation zufrieden?

Mir fällt es unsagbar schwer zu akzeptieren, dass man in Teilzeit keine wirkliche Karrieremöglichkeit in konservativ denkenden Unternehmen hat. Meinen alten Job mache ich gerne, zumal die Menschen um mich herum sehr nett sind und die Produkte, die wir herstellen, einfach begeistern. Nichts desto trotz frustriert mich der Gedanke, dass eine Weiterentwicklung in Teilzeit nicht möglich sein wird, trotz Studium und einer erfolgreichen Berufslaufbahn vor dem Kind. Dazu kommt wohl noch, dass ich ein kleines Unternehmerherz mit mir herum trage und es liebe Dinge zu entwickeln und voran zu treiben.
 
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Wie sieht Dein Alltag aus?

5:45 klingelt der Wecker, 7:00 bin ich im Büro, um kurz nach 12:00 renne ich zur Tür hinaus und jogge zum Auto, um ja pünktlich um12:30 meinen Sohn in der Krippe abzuholen. Kind einpacken, heim fahren, ihn ins Bett legen und schnell was kochen. Dann noch kurz Katzenwäsche mit dem Geschirr, schon ist er auch wieder wach, der kleine Hase. Die Nachmittage spielen wir oder treffen Freude, bevor er um 19:30 ins Bett geht. Mir ist es unsagbar wichtig, die Nachmittage mit ihm zusammen genießen zu können. Sobald der Junior im Bett ist noch kurz mit meinem Mann etwas essen und ab an den Laptop – jetzt ist Zeit für mein Projekt. Leider wird es damit oft sehr spät bis ich ins Bett komme, aber Schlafentzug sind Mamas ja gewohnt 🙂 Freitagvormittag arbeite ich nicht im Büro, hier widme ich mich voll und ganz meinem Projekt.

Gibt es ein Erfolgsrezept? Hast Du Tipps für Mamis, die sich überlegen, selbstständig zu werden?

Selbstständig zu sein klingt immer super, hat aber auch seine Tücken. Was man als Umsatz erzielt ist schließlich nicht der tatsächliche Gewinn. Daher muss man schon eine ordentliche Summe einnehmen, um von einer Geschäftsidee wirklich leben zu können. Eben das sollte man bevor man sich an eine Idee wagt, sehr genau durchdenken und das Risiko abwägen. Wichtig ist auch, dass man der richtige Typ Mensch für ein solches Vorhaben ist: Eigenantrieb und Durchhaltevermögen sollte man im hohen Maße mitbringen. Ich bin aber auch der festen Überzeugung, dass man sich, wenn man an etwas wirklich glaubt, nicht beirren lassen darf. Gas geben und einfach sein Ding machen ist das Rezept für den Erfolg.
 
Friederike von Rodde_LosMamaLos

Was sind Deine beruflichen Pläne?

Ich werde ein soziales Unternehmen gründen, in dem die Vereinbarkeit von Familie und Beruf tatsächlich möglich sein wird. Eine Nähmanufaktur mit Kinderbetreuung, evtl. in Zukunft auch mit Heimarbeit, damit jede Mama es sich so einrichten kann, wie es für sie am besten ist. Mir ist es ein ganz besonderes Anliegen, dass jede Person um mich herum die Wertschätzung bekommt, die sie auch verdient hat. Denn Mama und Berufstätige in einer Person zu sein, verdient wahrlich Anerkennung.
 
Friederike von Rodde
Friederike von RoddeBloggerin
 
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