Erntedankfest oder wofür ich dankbar bin

Ich komme aus Polen, einem Land, mit einer schwierigen und komplizierten Geschichte. Ich wurde 1980 geboren und kurze Zeit später wurde das Kriegsrecht ausgerufen. Es waren sehr unruhige Zeiten in denen es zu Auseinandersetzungen zwischen der Bevölkerung und den kommunistischen Machthabern kam.

Man brauchte einen Reisepass, um von einer Stadt in die andere zu fahren. Die Telefongespräche wurden überwacht. Man brauchte Lebensmittelmarken um die einfachsten Nahrungsmittel einkaufen zu können… Bananen, Orangen, Schokolade? Waren leider kein Bestandteil meiner Kindheit.

Zum Glück kam 1989 die politische Wende und es gab zum ersten Mal freie Wahlen, wodurch sich alles geändert hat!

Diese Erfahrung hat eine ganz besondere Bedeutung für mich.

Ich bin dankbar dafür, dass ich meinen Kindern Bananen, Orangen und ja, auch Schokolade kaufen kann.

Ich bin dankbar dafür, dass ich in einem Land wohne, in dem kein Hunger herrscht, und in dem (kaum) keine hungrige Kinder auf der Straße laufen.

Ich bin dankbar dafür, dass meine einzige Sorge ist, was wir heute Abend essen und nicht, ob wir überhaupt etwas zu essen haben.

Es tut mir immer Leid zu sehen, wie viele Essensreste weg geschmissen werden und wie respektlos mit den Naturschätzen umgegangen wird.

Heute zum Erntedankfest haben wir viele Äpfel, Birnen, Trauben, Zwetschgen und ja – Bananen gegessen.

Ich bin sehr dankbar dafür.

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